Dienstag, 30. Juni 2020

Zinskommentar Mai 2020 - Bleiben die Bauzinsen nach der nach Corona-Pandemie niedrig?

Die Europäische Zentralbank (EZB), die seit vielen Jahren den Euroraum mit einer massiven Geldschwemme flutet, hat vor allem ein Ziel: Es die Wirtschaft ankurbelt werden und gleichzeitig eine Preisstabilität sicherstellen. Für eine stabile Größe gilt eine Teuerungsrate von annähernd 2 Prozent. Es ist heute kaum noch vorstellbar, doch bis in die 90er Jahre waren noch deutlich höhere Inflationsraten die Normalität. Damals mussten die Notenbanken einschreiten, um die Inflation auf 2 Prozent zu senken. Warum die Preise nun schon seit mehreren Jahren trotz niedriger Zinsen und steigender Löhne nicht nennenswert zulegen, hat verschiedene Ursachen.

Ist die Inflation verschollenen?
Man kann sich dazu die Frage stellen: Warum steigen die Preise seit Jahren eigentlich nicht mehr? Marktexperten beobachten in diesem Zusammenhang, dass die geldpolitischen Maßnahmen von den Notenbanken teilweise gar nicht in der Realwirtschaft ankommen. Es ist größtenteils so, dass die niedrigen Kreditzinsen von den Unternehmen nur zum Teil für Investitionen genutzt werden. Viele Aktiengesellschaften nutzen die günstigen Kredite, um eigene Aktien zu erwerben und binden dadurch Kapital. Somit bleibt daher das Geld zu einem großen Teil im Finanzkreislauf stecken und kommt nur tröpfchenweise in der Realwirtschaft an.

Zinsentwicklung über die fünf letzten Jahre

Eine weitere Ursache für die anhaltend niedrige Inflation ist die zunehmenden Globalisierung zu finden. Der Preiskampf ist dadurch international viel härter geworden und die Unternehmen verzichten teilweise aus Angst vor einem Wettbewerbsnachteil auf Preiserhöhungen. Durch die Corona-Krise könnte sich dies allerdings wieder umkehren, da die Produktion einiger systemrelevanter Güter wieder nach Europa verlagert werden wird und deren Preise damit steigen. Insgesamt kann man durch die Corona-Pandemie aber keine Entglobalisierung erwarten und damit auch keinen großen Effekt auf die Inflation. Die wesentlichen Warenströme werden weiterhin international bleiben. Durch den Lockdown und den starken Konsumeinbruch könnte die Corona-Pandemie vorübergehend eher zu einer leichten Deflation führen. Spätestens wenn die Wirtschaft mit den Konjunkturprogrammen wieder angekurbelt wird, dürfte die Inflation allerdings wieder anziehen. Fachleute erwarten, dass die Inflation zum Jahresende wieder steigen wird und zumindest wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Eine galoppierende Inflation ist allerdings auch auf lange Sicht aus heutiger Perspektive sehr unwahrscheinlich.

Ein nachhaltiger Anstieg des Zinsniveaus bleibt trotz der ökonomischen Corona-Pandemie-Auswirkungen unwahrscheinlich
An den den Konditionen für lange Zinsbindungen lässt sich unter anderem ablesen, dass der Kapitalmarkt von einem langfristig niedrigen Zinsniveau ausgeht. So war in der Vergangenheit die Zinsdifferenz zwischen einer zehn- und zwanzigjährigen Zinsfestschreibung deutlich höher als heute. Und obwohl die Zinsen durch die aktuelle Situation leicht steigen, ist der Spread zwischen den Zinsbindungen nicht größer geworden. Daraus kann man ableiten, dass auch auf lange Sicht kein nennenswerter Zinsanstieg erwartet wird. Aktuell erhalten Darlehensnehmer ein Baudarlehen mit fünfjähriger Zinsbindung ab 0,46 Prozent, einer zehnjährigen Zinsbindung ab 0,54 Prozent, bei 15 Jahren sind es 0,71 Prozent und bei 20 Jahren 0,94 Prozent. Erst bei einer Zinsbindung von 25 Jahren steigt der Sollzins über die 1-Prozent-Marke.

Die aufgelegten Konjunkturprogramme zeigen Weitblick statt Schnellschuss
Viele Unternehmen haben die Folgen der Pandemie hart getroffen und zu einem beispiellosen Wirtschaftseinbruch geführt. Die Wirtschaftsleistung der Deutschlands wird deshalb im zweiten Quartal 2020 voraussichtlich um einen zweistelligen Prozentsatz zurückgehen. Daher ist in jedem Fall eines klar: Die Corona-Pandemie macht Schluss mit der Schwarzen Null. Die Überlegungen und Diskussionen um Konjunkturprogramme haben bereits Fahrt aufgenommen. Zu Beginn der Krise hat die deutsche Regierung schnell reagiert und mit ihrem enormen Rettungsschirm viele Unternehmen unterstützt und Arbeitsplätze vorübergehend gesichert. Mit den Lockerungen und der schrittweisen Rückkehr zu einer gewissen Normalität wird es darum gehen, die Wirtschaft wieder hochzufahren und den Konsum anzukurbeln.

Im Hinblick auf die Konjunkturprogramme warnen Fachleute allerdings vor kurzfristigen Lösungen oder einem Gießkannenprinzip. Die Entscheidungsträger sollten an der Frage arbeiten, wie wir in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren leben wollen und wie Deutschland innovativ und zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Genau daran müssen die wirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen ausgerichtet sein und die Politik sollte jetzt nicht überstürzt handeln. Die Corona-Krise bietet eine einmalige Chance, die Wirtschaft umzugestalten. Es macht wenig Sinn, eine Abwrackprämie 2.0 aufzusetzen, die auch für Verbrenner ausgezahlt wird. Wenn wir davon ausgehen, dass die Zukunft der Mobilität auf den öffentlichen Nahverkehr, Elektromobilität und andere alternative Antriebstechnologien setzt, dann sollte genau das auch gefördert werden. Für die Industrie kann das ein Anreiz sein, die ohnehin nötige Transformation schneller umzusetzen.

Die Bauzinsen-Konditionen bleiben weiter günstig
Bei den zuletzt gestiegenen Bauzinsen ist keinen nachhaltiger Trend zu erkennen. Die leichte Aufwärtsbewegung ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass in der aktuell unsicheren Zeit die Finanzierungsinstitute ihre Risiken neu bewerten und Zinsrückgänge nicht zeitnah komplett an ihre Kundschaft weitergeben. Auf mittlere Sicht ist zwar ein moderater Anstieg möglich, doch der wird sich in einem überschaubaren Rahmen halten. Auch dann wird das Zinsniveau immer noch auf einem im historischen Vergleich weiter absolut günstigen Niveau verbleiben.

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Die Forward-Darlehen-Strategie

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend seitwärts
mittelfristig: schwankend seitwärts
langfristig: schwankend steigend

Entwicklung Leitzins, 10-jährige Bundesanleihe und Inflation der letzten fünf Jahre

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Dienstag, 9. Juni 2020

Mögliche Verzögerungen am Bau durch die Corona-Pandemie - Das sollten Bauherren wissen

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus gehören inzwischen zu unserem Alltag. Von einer sogenannten „neuen Realität“ sind wir aber weit entfernt. Vieles ist nach wie vor ungewiss und wir müssen uns auf diverse Eventualitäten einstellen. So soll in diesem Beitrag beleuchtet werden, inwiefern die Corona-Krise den Hausbau eventuell beeinflusst und was das für die Finanzierungsplanung bedeuten kann. Zwar zeigt sich die Bauwirtschaft bislang wenig beeinträchtigt von den Folgen der Corona-Krise. Dennoch sollte man als Bauherr im Blick haben, dass sich die Fertigstellung eines Neubaus verzögern könnte und welche Aspekte dabei wichtig sind und welche Bedeutung die Bereitstellungszinsen spielen.

Die aktuelle Lage: Bremst Corona den Bau aus?
Die Corona-Krise hat bislang nur vereinzelt Auswirkungen auf die Bautätigkeit. In einigen Fällen lassen sich aber geplante Fertigstellungstermine nicht halten, wie Baufirmen und Bauherren berichten. Denn die Corona-Krise beeinflusst nach wie vor weite Teile der Wirtschaft. Ein besonderes Augenmerk sollten Bauherren deshalb auf folgende Aspekte legen:
  • Erkrankte Mitarbeiter
    Wenn Mitarbeiter von Handwerkern und Baufirmen an Corona erkranken, kann es schnell zu Kapazitätsengpässen kommen. Unternehmen, die strenge Hygieneregeln aufgestellt haben und im Ernstfall Kooperationspartner mit einbinden können, bringen für den Bauherren weniger Risiken mit als Betriebe ohne einen „Plan B“.
  • Längere Genehmigungsprozesse
    Weil Verwaltungen zurzeit oft ausgedünnt sind oder einen Teil der Arbeit ins Homeoffice verlagert haben, hakt es mitunter bei den Genehmigungsverfahren. Wer einen Bauantrag einreicht, sollte daher von vornherein einen zeitlichen Puffer einkalkulieren.
  • Engpässe beim Material
    Bei der Elektro-, Heizungs- und Wasserinstallation werden viele Bauteile in Fernost hergestellt, ebenso Fliesen und Sanitärprodukte wie Waschbecken und Armaturen. Der Ausfall von Produktionskapazitäten und längere Transportzeiten führen derzeit immer wieder zu Lieferengpässen. Unter Umständen lässt sich die Situation mit einem Umstieg auf schneller verfügbare Alternativprodukte entschärfen.
Zukunftshaus effizent und intelegent

Auch Fertighaushersteller können betroffen sein
Die Terminprobleme könnten auch den Fertighausbau betreffen. Hier sind vor allem die Hersteller betroffen, die einen großen Teil der Fertigungsprozesse nach Osteuropa verlagert haben. Hier kann es zu Verzögerungen kommen, wenn aufgrund der nach wie vor zum Teil bestehenden Grenzkontrollen Bauteile länger unterwegs sind oder die Einreise nach Deutschland für ausländische Subunternehmer erschwert ist. Bauherren sollten daher in engem Kontakt mit dem Haushersteller bleiben, um bei möglichen Verzögerungen schnell reagieren zu können. Auch hier besteht unter Umständen die Möglichkeit, etwa bei Heizkörpern, Fliesen oder Armaturen, durch den Umstieg auf andere Produkte in vergleichbarer Qualität einen Lieferverzug zu vermeiden.

Mögliche Auswirkungen auf die Finanzierung
Bei der Finanzierung stellt sich die Frage, inwieweit Verzug bei der Fertigstellung zu Mehrkosten führen kann. Im Blickpunkt stehen dabei vor allem die Bereitstellungszinsen, die Banken in Rechnung stellen, wenn Darlehen nicht innerhalb einer bestimmten Frist abgerufen werden. Zwar scheint es vordergründig sinnvoll zu sein, derzeit bei der Finanzierung von Neubauprojekten Banken zu bevorzugen, die bis zum Berechnen eines Bereitstellungszinses möglichst lange warten. Allerdings sind solche Angebote in der Gesamtbetrachtung nicht immer am günstigsten.

Wohnen im Smart Home – heute und später

Vergleich von Bereitstellungszinsen
Ab wann sich eine längere zinsfreie Zeit bis zum Darlehensabruf lohne, hänge von mehreren Faktoren ab. Vor allem die Dauer der Zinsbindung, die Höhe des nicht abgerufenen Darlehensanteils und die Differenz zum Darlehenszins von günstigeren Anbietern spielen eine maßgebliche Rolle bei der Betrachtung. Tritt der Verzug erst in einer späteren Phase des Baus auf, ist davon meist nur noch ein Teil der Gesamtfinanzierung betroffen, weil die Löwenanteile für Grundstück und Rohbau bereits bezahlt wurden. Verzögert sich beispielsweise bei einer Finanzierungssumme von insgesamt 400.000 Euro der Abruf von 150.000 Euro um drei Monate, kostet dies bei einem monatlichen Bereitstellungszins von 0,25 Prozent zusätzliche 1.125 Euro. Verzichtet ein Wettbewerber auf die Bereitstellungszinsen und verlangt für die Gesamtfinanzierung beispielsweise 0,05 Prozentpunkte mehr, erhöht dies bei 10 Jahren Zinsbindung ohne die Berücksichtigung der Tilgung die Finanzierungskosten um 2.000 Euro.

Deshalb empfiehlt es sich, bei der Finanzierung von Fertighäusern und Häusern vom Bauträger derzeit mit zwei Szenarien zu rechnen. Einmal unter Annahme einer weitgehend pünktlichen Fertigstellung und alternativ dazu mit einer verzögerten Fertigstellung. Wenn im Ergebnis dann sowohl die Bereitstellungszinsen als auch die weiteren Konditionen berücksichtigt sind, wird anhand der Gesamtkosten deutlich, welches Angebot am günstigsten ist.

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Samstag, 30. Mai 2020

Zinskommentar April 2020 - EZB und Fed überschreiten im Kampf gegen das Coronavirus rote Linien und sorgen für Liquiditätsflut gegen die Krise

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird in diesem Jahr Staats- und Unternehmensanleihen in einem Umfang von 1,1 Billionen Euro kaufen, um gegen die Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hält die EZB bereits Anleihen im Wert von fast 3 Billionen Euro. Denn nach dem energischen und auch notwendigen Einschreiten in der Eurokrise 2012 gab es für die Währungshüter nie den passenden Zeitpunkt für einen Weg zurück zur geldpolitischen Normalität. Viele Finanzexperten hatten schon länger befürchtet, dass durch eine erneute Krise, welche das massive Eingreifen der Notenbank notwendig macht, der Handlungsspielraum begrenzt sein wird. Durch das Coronavirus ist nun genau diese Situation eingetreten.

Die Maßnahmen von Notenbanken und Politik beruhigen die Märkte vorerst
Die EZB hat die Geldschleusen seit der Finanzkrise 2008 nie schließen können und dadurch alle gängigen Maßnahmen bereits vor Beginn der Corona-Krise ausgenutzt. Deshalb bleibt der Notenbank jetzt nur ein beherzter Schritt über bisher rote Linien: Das Notfallprogramm mit dem Namen PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) sieht Anleihekäufe im Volumen von 750 Milliarden Euro vor, die sich nicht mehr wie zuvor nach dem Kapitalschlüssel der Mitgliedstaaten richten müssen. Damit ist die Zentralbank jetzt in der Lage überproportional viele Staatsanleihen eines einzelnen Landes kaufen zu können. Einige Tage später fiel ein weiterer bisheriger Grundsatz: Die Europäische Zentralbank (EZB) kann nun auch Staatsanleihen ohne Investment Grade, so genannte „Schrottanleihen“ kaufen. Dies kommt vor allem angeschlagenen Euroländern wie Italien zugute, deren Kreditwürdigkeit in der aktuellen Krise herabgestuft werden könnte.

Zinsentwicklung über die fünf letzten Jahre

Finanzexperten sehen das derzeitige Maßnahmen-Paket der EZB insgesamt positiv: Das erste Maßnahmen-Paket, welches die EZB auf ihrer März-Sitzung schnürte, zeigte kaum eine Wirkung. Dadurch kam es zu keiner Beruhigung der Finanzmärkte. Nur wenige Tage später folgte das umfangreiche Notfallprogramm PEPP und seit dem ist mittlerweile eine deutliche Wirkung zu spüren: Die enorme Volatilität ist zurückgegangen und die Aktienmärkte erholen sich langsam. Der aktuelle Optimismus an den Börsen hat bereits auch eingepreist, dass der Lockdown langsam beendet wird, die Infektionszahlen stabil bleiben und von den Nationalstaaten in der Europäische Union (EU) zügig weitere Konjunkturprogramme umgesetzt werden. Hierbei handelt es sich allerdings um einen vorsichtigen Optimismus, der immer noch deutlich macht: Sollte eine der Annahmen nicht zutreffen und die Infektionszahlen wieder ansteigen, dürften die Börsenturbulenzen schnell zurück sein.

Auch die US-Wirtschaft wird vom Coronavirus lahm gelegt, allerdings reagiert die Fed frühzeitig und entschlossen
Wie schon zur Finanzkrise 2008 reagierte die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) auch dieses Mal deutlich schneller als ihr europäisches Gegenstück: Während die EZB zunächst zögerlich agierte, schaltete die Fed bereits Anfang März in den vollen Krisenmodus um. Innerhalb von zwei Wochen senkte sie ihren Leitzins auf fast Null, vervielfachte ihre Anleihekäufe und legte weitreichende Kreditprogramme auf. Auch Kredite an Bundesstaaten, Kommunen und Unternehmen sollen nun erstmals vergeben werden. Damit hat auch die amerikanische Notenbank eine rote Linie überschritten, welche sie sich zuvor selbst gezogen hatte.

Der Federal Reserve System (Fed) ist es auch zu verdanken, dass durch die schnellen und entschlossenen Maßnahmen die Börsen in den USA sich trotz der massiven wirtschaftlichen Verwerfungen wieder erholen. In den USA ist wirtschaftlich gerade das Worst-Case-Szenario der Krise zu sehen. In dessen Folge brechen die Umsätze zahlreicher Unternehmen ein. Da es kaum einen Arbeitnehmerschutz gibt und Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld nicht zur Verfügung stehen, steigt die Arbeitslosigkeit sprunghaft nach oben. Dass sich die drei großen amerikanischen Indizes dennoch wieder im Aufwind befinden, ist allerdings kein Widerspruch zu dieser Entwicklung, denn an der Börse wird immer die Zukunft gehandelt. Und aktuell ist die Erwartungshaltung für die Börsen so, dass der Höhepunkt der Pandemie hinter uns liegt, dass die Maßnahmen der Fed greifen und dass die Wirtschaft von Seiten der Politik mit weiteren Hilfspaketen gestärkt wird.

Die Covid-19-Krise bietet in Deutschland auch historischen Chancen
Dass auch die deutsche Wirtschaft von den Folgen der Pandemie hart getroffen wird, steht außer Frage. Es wird deshalb in den folgenden Monaten darum gehen, wie lange der Abschwung anhält und wie schnell der Weg aus der Krise gelingen kann. Die Bundesregierung hat schnell reagiert und mit ihrem enormen Rettungsschirm klar signalisiert, dass der Staat die Unternehmen schützen wird. Zudem können durch das Kurzarbeitergeld Fachkräfte in den Unternehmen gehalten werden und so die Produktion nach der Krise schnell wieder hochzufahren. Die Maßnahmen sind extrem sinnvoll und ein wichtiges Signal für die Finanzmärkte. Es wird dadurch schnell klar, dass Deutschland sich die rasche und umfangreiche Krisenhilfe im Gegensatz zu anderen Staaten leisten kann.
Selbst mit einem Unterstützungspaket, das am Ende deutlich oberhalb der 1-Billion-Euro-Grenze liegt, bleibt die Gesamtverschuldung immer noch deutlich unter der vieler anderer Staaten. Auch Experten gehen nicht davon aus, dass die Bonität Deutschlands durch die Corona-Krise in Frage gestellt wird - weder durch die erwartete Rezession noch durch die Neuverschuldung. Es kann von einer raschen Erholung der Wirtschaft ausgegangen werden, sobald der Höhepunkt der Pandemie überschritten ist. Im Hinblick auf die Konjunkturprogramme warnen Experten jedoch vor einem Gießkannenprinzip. Deshalb sollte sich die Politik intensiv Gedanken darüber machen, wie sie die Konjunkturhilfen zukunftsorientiert einsetzen kann. Denn dann bietet uns die Corona-Krise jetzt eine einmalige Chance, den Transformationsprozess zu einer nachhaltigen, digitalisierten und innovativen Gesellschaft zu beschleunigen. Es wäre Schade, wenn wir diese Chance nicht nutzen.

Bundesanleihen sind weniger schwankend und die Bauzinsen steigen leicht
An der Entwicklung der zehnjährigen Bundesanleihe lässt sich auch ablesen, dass sich die Finanzmärkte etwas beruhigt haben. Denn während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe Anfang März noch auf ein historisches Tief von -0,86 Prozent sank, so schnellte sie nur wenige Tage später auf -0,23 Prozent hoch. Im April pendelte sie sich recht stabil zwischen -0,3 und -0,5 Prozent ein. Der Topzins für eine Baufinanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung ist zwar leicht angestiegen, liegt aber dennoch mit aktuell 0,76 Prozent weiterhin niedrig. Die steigenden Zinsen sind aktuell vor allem dadurch bedingt, dass viele Banken ihre Risiko-Marge anpassen und deshalb sind auch mittelfristig leicht steigende Zinsen zu erwarten. Durch die konjunkturellen Probleme in Deutschland und die Neuverschuldung wird die Nachfrage nach Bundesanleihen vermutlich etwas zurückgehen und so zu steigenden Renditen führen. Ein starker Anstieg ist aufgrund der massiven Anleihekäufe der EZB aber sehr unwahrscheinlich, so die Prognose von Fachleuten.

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Dienstag, 26. Mai 2020

Änderungen bei den KfW-Förderprogrammen - Anpassungen der Heizungsförderung bei Einzelmaßnahmen

Die Klimabeschlüsse der Bundesregierung sorgen dafür, dass von der KfW-Bank zum 1. Januar 2020 die im Folgenden aufgeführten Produktänderungen umgesetzt wurden. Hauptsächlich geht es hier um Anpassungen bei der Heizungsförderung. Die Änderungen gelten für wohnwirtschaftliche Kredit- und Zuschussanträge, die ab dem 1. Januar 2020 bei der KfW-Bank eingegangen sind.

Energieeffizient Sanieren - Kredit (152), Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss (430), Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit (167), KfW-Energieeffizienzprogramm - Energieeffizient Sanieren (278) - Anpassungen der Heizungsförderung bei Einzelmaßnahmen
Die Förderung von Öl-Brennwertkesseln, ölbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Ölhybridheizungen sowie Gas-Brennwertkesseln wird für Wohn- und Nichtwohngebäude bei der KfW eingestellt. Für Wohngebäude werden ab dem 1. Januar 2020 Heizungsanlagen als Einzelmaßnahmen nur noch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Bitte informieren Sie sich dort über die entsprechenden Förderbedingungen. Die Verwendungszwecke "Heizungspaket" und "Lüftungspaket" in den Produkten Energieeffizient Sanieren - Kredit (152) und Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss (430) werden ebenfalls eingestellt. Die Verwendungszwecke "Anschluss an Fern-, Nahwärmeversorgung" und "Optimierung des Heizungssystems" werden fortgeführt.


Energieeffizient Bauen und Sanieren (151, 153), Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss (430), KfW-Energieeffizienzprogramm - Energieeffizient Bauen und Sanieren (276, 277) - Anpassungen der Heizungsförderung bei KfW-Effizienzhäusern/-gebäuden
Bei Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus bzw. KfW-Effizienzgebäude werden Wärmeerzeuger auf Basis des Energieträgers Öl (z. B. Öl-Brennwertkessel, ölbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage) nicht mehr gefördert. Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäude werden nicht mehr gefördert, wenn ein Wärmeerzeuger auf Basis des Energieträgers Öl (z. B. Öl-Brennwertkessel, ölbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage) eingebaut wird. Die Änderungen gelten für wohnwirtschaftliche Kreditanträge (151, 153) und Zuschussanträge (430), die ab dem 1. Januar 2020 bei der KfW-Bank eingegangen sind.

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Quelle: KfW-Bank

Donnerstag, 30. April 2020

Zinskommentar März 2020 - Die Notenbanken und ihre Maßnahmen gegen das Coronavirus

Gegen Hamsterkäufe in den Supermärkten können die Notenbanken nichts ausrichten, für das Chaos an den Börsen und deren Minimierung eher schon: Fest steht, die Auswirkungen des Coronavirus sind bereits jetzt extrem. Vor allem der noch ungewisse weitere Verlauf der Pandemie schürt Unsicherheit. Die Vereinten Nationen (UN) und die OECD warnen vor einer globalen Rezession. In der EU ist ein Rückgang der Wirtschaftsleistung sogar so gut wie sicher. Wie lange uns das Coronavirus tatsächlich begleiten wird und wie groß die Gefahren für die Wirtschaft sind, ist allerdings unklar. Auch die Gefährlichkeit des Erregers lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilen. Laut Experten ist aktuell keine valide Prognose zum weiteren Verlauf möglich. Auch wenn in China die Infektionszahlen gerade erheblich zurück gehen und die Industrieproduktion wieder hochgefahren wird. Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung anhält und ob der Verlauf in anderen Ländern ähnlich sein wird.

Das Coronavirus sorgt für viel Unsicherheit
Sicher ist allerdings schon jetzt: Die Unsicherheit, dass das Coronavirus in der Bevölkerung, Wirtschaft und damit auch an den Aktienmärkten verbreitet, ist deutlich spürbar und die kurzfristigen Folgen für die Weltwirtschaft sind gravierend. Der 9. März 2020 geht als einer der „Schwarzen Montage“ in die Geschichte ein: Der deutsche DAX Index verlor 7,94 Prozent, der größte Tagesverlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. An der Wall Street in New York wurde der Aktienhandel am Montag sogar für 15 Minuten komplett ausgesetzt, nachdem die Kurse auch hier extrem gefallen waren. In der Eurozone sackte der Eurostoxx50 Index gar um 8,3 Prozent ab. Bei den Anlegern besteht die Furcht vor den ungewissen Risiken durch das Coronavirus und deshalb haben aktuell Anlagen, die als „sicherer Hafen“ gelten eine starke Nachfrage. Dazu zählen unter anderem die deutsche Bundesanleihe, der Euro oder Gold.

Zinsentwicklung über die fünf letzten Jahre

Bei den Maßnahmen gegen die Corona-Krise ist ein ruhiges Handeln wichtig
Für die Politik und die Notenbanken gilt es derzeit einen schwierigen Spagat zu schaffen: Es ist einerseits unerlässlich, dass sie entschlossen handeln und ihre Bereitschaft signalisieren, die Wirtschaft zu unterstützen. Andererseits gilt es, Alarmismus und überstürztes Handeln zu vermeiden, um die Märkte nicht noch weiter zu verunsichern. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve System (Fed) senkte ihren Leitzins bereits in der ersten Märzwoche in einer nicht unumstrittenen außerplanmäßigen Aktion. Die Senkung um einen halben Prozentpunkt war die größte seit der Finanzkrise 2008. Allerdings sorgte diese kurzfristige Aktion für die Marktteilnehmer eher für Verunsicherung und dürfte dem Druck des amerikanischen Präsidenten Donald Trump geschuldet gewesen sein. Viele Investoren rechneten danach mit weiteren Zinsschritten auf der nächsten regulären geldpolitischen Sitzung zwei Wochen später. Auch die Bank of England senkte ihren Leitzins außerhalb der turnusmäßigen Sitzungen von 0,75 auf 0,25 Prozent und erklärte die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) war eine Zinssenkung keine Option, da in der Eurozone der Leitzins seit Jahren bei null liegt. Trotzdem mussten aber auch die europäischen Notenbänker auf der Sitzung am 12. März 2020 handeln: Nachdem alle wesentlichen Notenbanken weltweit bereits reagiert hatten, war die Erwartungshaltung an die EZB hoch, auch eine spürbare Reaktion zu zeigen. Der Kursverfall an den weltweiten Börsen in den ersten zwei Märzwochen des Jahres 2020 erhöhte den Druck auf die EZB zusätzlich. Genau das tat die EZB dann auch und drehte weiter an den bekannten Stellschrauben: Die Langfristkredite für Banken (TLTROs) wurden weiter aufgestockt und ihre Konditionen verbessert.

Außerdem wurde das Anleihekaufprogramm ausgeweitet: Bis zum Jahresende sollen bis zu 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihekäufe investiert werden. Der Leitzins und Einlagezins sind dagegen unverändert bei null bzw. -0,5 Prozent geblieben. Die Optionen der Europäischen Zentralbank (EZB) sind limitiert, da sie im Gegensatz zur Fed in den letzten Jahren nicht vom Krisenmodus in den Normalmodus umschalten konnte. Der EZB bleibt daher nur ein „mehr von allem“ oder neue, bisher noch nicht angewendete Maßnahmen, wie beispielsweise das Helikoptergeld. Solche Maßnahmen wird die EZB aber vorerst noch nicht aus dem Hut zaubern, denn die Auswirkungen des Virus auf die konjunkturelle Entwicklung sind noch zu schwer abzuschätzen.
Ob die aktuell getroffenen Maßnahmen die Finanzmärkte tatsächlich beruhigen werden, ist jedoch noch nicht sicher. Eine weitere Senkung des Einlage- oder Leitzinses würde laut Experten kaum eine Wirkung zeigen. Deshalb liegt Verantwortung eher bei der Politik: Die EZB hat der Politik in den letzten Jahren viel Zeit erkauft, um strukturelle Reformen anzugehen. Die Zeit wurde von den meisten Ländern nicht ausreichend genutzt. Jetzt sind vor allem die Eurostaaten gefragt, dringend notwendige Investitionen zu tätigen und sich mit Konjunkturprogrammen gegen eine Krise zu stemmen.

Das Coronavirus sorgt in Deutschland für das Ende der schwarzen Null
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) befürchtet genau wie die Vereinten Nationen, dass Deutschland in eine Rezession abgleiten wird. Claus Michelsen vom DIW erklärte jüngst, dass das Coronavirus die deutsche Wirtschaft recht kräftig zu erfassen scheine. Deshalb sind politische Maßnahmen und eine Flexibilisierung am Arbeitsmarkt wichtig, um kurzfristige Liquiditätsengpässe bei gesunden Unternehmen zu überbrücken und das hohe Beschäftigungsniveau zu erhalten. Die bisher beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung dürfen daher nur ein Anfang sein, um die Wirtschaft gezielt mit Liquidität zu versorgen. Je nachdem, wie sich die Konjunkturprognosen weiter verschlechtern, wird der Druck auf die Bundesregierung zunehmen, weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Die „schwarze Null“ ist auf jeden Fall über Bord geworfen.

Die Bauzinsen und Bundesanleihen bewegen sich im Ausnahmezustand
An der Entwicklung der zehnjährigen Bundesanleihe lässt sich besonders gut die extreme Verunsicherung erkennen: Zwischenzeitlich fiel ihre Rendite auf den nie dagewesenen Tiefstand von -0,86 Prozent. Der Durchschnittszins für eine Baufinanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung liegt weiterhin bei 0,63 Prozent. Aufgrund der extremen Verunsicherung des Finanzmarktes muss weiterhin von einer sehr hohe Volatilität ausgegangen werden. Kurzfristig sind auch technische Gegenreaktionen möglich, also sprunghafte Zinsanstiege, die aber nicht zu einem nachhaltig höheren Zinsniveau führen werden. Dies konnte man bereits im März 2020 sehen. Nach einem sehr schnellen Einbruch, gab es auch eine sehr schnelle Gegenreaktion. Generell kann man derzeit aber davon ausgehen, dass das Zinsniveau kurzfristig unter sehr hohen Schwankungen weiter extrem niedrig bleiben wird.

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Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend steigend
mittelfristig: schwankend seitwärts
langfristig: schwankend steigend

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Montag, 20. April 2020

KfW, BAFA & Co. - Was ist neu bei Förderprogrammen und wie kann man profitieren

Die Einbindung von Fördermitteln ist bei der Immobilienfinanzierung häufig sehr sinnvoll. Als Folge des Klimaschutzprogramms 2030 der deutschen Bundesregierung gibt es mit dem Jahresbeginn 2020 zahlreiche Änderungen. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen können Sie sich hier verschaffen.

Die KfW-Bank stockt ihre Programme aufAls positive Neuerungen sind zunächst die angehobenen Kredithöchstbeträge und die deutlich erhöhten Zuschüsse der KfW-Förderbank zu nennen. So liegt der Kredithöchstbetrag im Rahmen des Programms „Energieeffizient Bauen“ (KfW 153) ab dem 24. Januar 2020 bei 120.000 Euro statt 100.000 Euro. Außerdem können Bauherren ab diesem Zeitpunkt bis zu 30.000 Euro ihrer Kreditschuld erlassen bekommen (bisher 15.000 Euro), wenn die Immobilie den Energiestandard „KfW 40 Plus“ aufweist.

Auch im Programm „Energieeffizient Sanieren“ (KfW 151) hat sich der Kredithöchstbetrag auf 120.000 Euro erhöht. Wird die Bestandsimmobilie sogar zum KfW-Effizienzhaus saniert, winken - je nach Energiestandard - bis zu 48.000 Euro Tilgungs- oder (für die Variante 430) Investitionszuschuss. Besteht die Sanierung aus Einzelmaßnahmen (KfW 152), bleibt es beim bisherigen Förderhöchstbetrag von 50.000 Euro, der Höchstzuschuss beträgt in diesem Fall 10.000 Euro.
Unabhängig davon, ob Neu- oder Altbau: Der Energieträger Öl ist jetzt komplett aus der Förderung ausgeschlossen. Im KfW-Programm 167 „Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit“ werden jedoch weiterhin Solarthermie-Anlagen, Biomasse-Anlagen (Pellet und Holzvergaser), Wärmepumpen, Gas-Brennwertheizungen (in Kombination mit einer Anlage auf Basis erneuerbarer Energien) gefördert.

Wie sollte der Staat den Erwerb von Wohneigentum fördern?

Einen Überblick über die Änderungen bei den KfW-Programmen finden Sie hier.
Weitere Informationen zur KfW-Neubauförderung sind hier hinterlegt.
Die KfW-Bestandsbauförderung ist hier zusammengefasst.

Die BAFA übernimmt FörderungenEinen Teil der Förderungen von energieeffizienten bzw. regenerativen Heizungen hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des „Marktanreizprogrammes zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ von der KfW-Bank übernommen und leicht verändert. Neu ist zum Beispiel, dass die bisherigen Festbeträge auf eine anteilige Förderung umgestellt werden. Grundlage für die prozentuale Berechnung der Zuschüsse sind jetzt die förderfähigen Kosten. Für diese Kosten können Antragsteller bis zu 45 Prozent Zuschuss erhalten.
Weitere Eckpunkte zum BAFA-Förderprogramm stehen hier.

Steuerliche Ermäßigungen statt FörderungenFür die Gebäudesanierung können Eigentümer als Alternative zur Förderung durch KfW und BAFA jetzt auch eine steuerliche Förderung in Anspruch nehmen. Wer seine Immobilie dämmt oder Fenster, Türen, Lüftung oder Heizung erneuert, kann - beginnend mit dem Steuerjahr 2020 - unter bestimmten Umständen die Kosten hierfür von seiner Steuerschuld für einen begrenzten Zeitraum anteilig abziehen. Die Immobilie muss in diesem Fall älter als zehn Jahre sein. Vorgesehen ist, dass 20 Prozent der Kosten und maximal insgesamt 40.000 Euro je Wohneinheit über drei Jahre verteilt geltend gemacht werden, sodass Sanierungskosten von maximal 200.000 Euro förderfähig sind. Ob KfW, BAFA oder steuerliche Abschreibungen im Falle einer Sanierung passen und welche Förderung die größte Ersparnis mit sich bringt, lässt sich im Zuge der Beratung gemeinsam mit Ihren Kunden herausfinden.
Weitere Kriterien der steuerlichen Förderung führt diese Internetseite.

Öfen und Kamine: Das gilt es ab diesem Jahr zu beachtenViele Interessenten freuen sich, dass in der Bestandsimmobilie ein Ofen oder Kamin vorhanden ist. Doch ihnen ist häufig nicht bewusst, dass diese Feuerstätten nachträglich hohe Kosten verursachen können. Der Grund: Ältere Anlagen mit einer Typprüfung bis einschließlich 31. Dezember 1994 müssen bis Ende 2020 ausgetauscht, stillgelegt oder entsprechend den aktuell gültigen Grenzwerten nachgerüstet werden. Nur Öfen und Kamine, die die Grenzwerte der Stufe 2 der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BimSchV) einhalten, dürfen dann weiterhin genutzt werden. Deshalb ist es wichtig, auf diese Neuregelungen hinweisen, um zu vermeiden, dass man nachträglich von den Kosten überrascht wird und zugleich die Möglichkeit hat, die absehbaren Zusatzkosten bei den Kaufverhandlungen geltend zu machen.
Aktuelle Fristen zu Öfen und Kaminen lassen sich hier nachlesen:
https://www.bmu.de/heizen-mit-holz/uebergangsfrist/

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Dienstag, 17. März 2020

Zinskommentar Februar 2020 - Bauzinsen sinken wieder und EZB-Präsidentin erwartet von Euro-Staaten mehr Reformen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat unter Mario Draghi nach acht Jahren der expansiven Geldpolitik nahezu ihren gesamten Instrumentenkasten ausgereizt. So liegt der Leitzins seit vier Jahren bei null Prozent und der „Strafzins“ für Banken seit mehreren Monaten bei -0,5 Prozent. Darüber hinaus, hat die EZB mittlerweile Staatsanleihen und weitere Wertpapiere im Volumen von fast 3 Billionen Euro aufgekauft. Sollte es jetzt zu einer Rezession kommen, so hat die Europäische Zentralbank (EZB) daher nur noch beschränkte Möglichkeiten, der Konjunktur geldpolitisch unter die Arme zu greifen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde nimmt die Politik stärker in die Pflicht
Während Mario Draghi bis zuletzt die Handlungsfähigkeit der EZB verteidigte, so betont Christine Lagarde bereits nach 3 Monaten Amtszeit auch die negativen Langzeitfolgen der lockeren Geldpolitik und erhöht den Druck auf die Politik. Denn die nationalen Regierungen der Euro-Staaten müssten die niedrigen Zinsen nutzen, um mit konsequenten Reformen die Zukunftsfähigkeit zu sichern. Auch andere Experten sehen politische Maßnahmen ebenfalls für unerlässlich an. Allerdings muss leider bezweifelt werden, dass die Forderungen von Christine Lagarde bei den verantwortlichen Politikern Gehör finden werden. Man kann davon ausgehen, dass Christine Lagarde die Euro-Nationalstaaten mit mehr Vehemenz und in kürzeren Abständen zu Reformen auffordern wird als ihr Vorgänger Mario Draghi. Die Regierungen werden sich davon leider nicht so schnell beeindrucken lassen, solange von der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Konsequenzen ausgehen.

Zinsentwicklung über die fünf letzten Jahre

Betrachtet man Deutschland, so wären die von Christine Lagarde geforderten Strukturreformen durchaus dringend notwendig. Denn der deutsche Wirtschaftsmotor geriet im vergangenen Jahr 2019 deutlich ins Stottern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im gesamten Jahr gerade einmal um 0,6 Prozent zu und befindet sich damit auf dem Niveau von 2013, als die Griechenland-Krise ihre Auswirkungen hinterließ. Die deutsche Konjunktur ist langfristig durch die fehlenden Reformen gefährdet. Denn die deutsche Regierung hat in den letzten Jahren viel zu wenig in Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung investiert. Dadurch werden uns andere EU-Staaten beim Wachstumstempo überholen.

Alte und neue Marktrisiken und deren Auswirkungen für die Weltwirtschaft
Für das Jahr 2020 sind die Wirtschaftsprognosen etwas besser ausgefallen als für das vergangene Jahr. Zu verdanken ist dies hauptsächlich zum einen dem Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China und zum anderen der abnehmenden Unsicherheit durch einen harten Brexit. Die anstehenden Verhandlungen für ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien werden für beide Seiten nicht einfach werden. Aus heutiger Sicht sind keine großen Auswirkungen auf die Finanzmärkte zu erwarten. Experten gehen davon aus, dass es bis zum Ende diesen Jahres maximal eine Teileinigung erreicht werden kann und die Verhandlungen auch im Jahr 2021 weitergehen werden. Auch wenn Boris Johnson derzeit auf ein Verhandlungsendergebnis zum 31. Dezember 2020 pocht, kann man davon ausgehen, dass das Brexit-Thema den Finanzmarkt über die Zeit immer weniger belasten wird. Denn auch der britischen Regierung ist bewusst, dass ein harter Brexit für Großbritannien ebenfalls enorme negative wirtschaftliche Folgen haben würde.

Zu den bekannten Unsicherheiten an den Finanzmärkten hat sich derzeit ein neues und noch wenig berechenbares Risiko hinzugefügt: das Coronavirus. An den Folgen des in China ausgebrochenen Coronavirus sind bisher ca. 2.760 Menschen weltweit gestorben und die Anzahl der bestätigten Infektionen liegt bei ca. 78.160 in China und ca. 2.950 im Rest der Welt (Stand: 24.02.2020). Über die weitere Ausbreitung und Entwicklung des Virus, sowie die Auswirkungen auf die globale Konjunktur, kann aktuell keine eindeutige Meinung abgegeben werden. Fest steht auf jeden Fall, dass die globale Konjunktur darunter leiden wird. Nicht ohne Grund, hat die chinesische Zentralbank bereits massiv interveniert und mehr als 270 Milliarden Euro in die Wirtschaft gepumpt. Deshalb kann man einen Wachstumseinbruch der chinesischen Wirtschaft im 1. Quartal 2020 erwarten. Da sich der Coronavirus nun auch über China hinaus stärker ausbreitet als erwartet, wird es auch einen nicht unerheblichen Bremseffekt auf die Weltwirtschaft geben. Mehrere Notenbanken, wie die japanische Bank of Japan (BoJ), die amerikanische Federal Reserve System (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben bereits mitgeteilt, das Coronavirus und dessen Auswirkungen genau zu beobachten und gegebenenfalls mit Geldpolitischen Mitteln zu reagieren.

US-Vorwahl: Republikaner haben Donald Trump und die Demokraten suchen noch ihren Kandidaten
Trotz des Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China, bleibt die protektionistische Haltung von Donald Trump für die Weltwirtschaft weiter eine Belastung. Europas Hoffnungen ruhen daher auf einen starken demokratischen Kandidaten, der Donald Trump im November 2020 als Präsidenten ablösen könnte. Welchen Kandidaten die Demokraten ins Rennen schicken, dürfte sich in den nächsten Tagen am sogenannten Super Tuesday entscheiden. Am 3. März 2020 wählen zahlreiche US-Staaten wie beispielsweise Kalifornien, Minnesota und Texas gleichzeitig. Dadurch werden ganze 1.357 der insgesamt 3.979 Delegiertenstimmen vergeben.

Experten gehen davon aus, dass der demokratische Kandidat Michael Bloomberg die besten Chancen gegen Donald Trump hätte. Obwohl Bernie Sanders sicher zu den aussichtsreicheren Demokraten gehört, vertritt er jedoch extreme Gegenpositionen zu Donald Trump. Der Milliardär Michael Bloomberg ist dagegen deutlich gemäßigter und besitzt daher bessere Chancen, bisherige Trump-Wähler für sich zu gewinnen. Für Europa wäre Michael Bloomberg damit wohl der Wunschkandidat. Die zunehmend protektionistische Ausrichtung der USA wird jedoch auch ein anderer US-Präsident nicht völlig zurück drehen können. Denn die Amerikaner sehen auch die Erfolge von Donald Trumps protektionistischer Haltung und wie er sich beispielsweise der aufstrebenden Großmacht China entgegen stellt und amerikanische Innovationen schützt. Deshalb müssen sich Europa und der Rest der Welt grundsätzlich darauf einstellen, dass es nicht mehr so wird, wie es einmal war.

Bei den Bauzinsen geht es wieder abwärts
Seit Ende Januar 2020 sinken bereits die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe als auch die Bauzinsen. Der Durchschnittszins für ein Darlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindung liegt aktuell bei 0,66 Prozent und ist damit nicht mehr allzu weit vom absoluten Tiefstand im September 2019 entfernt. Derzeit kann man davon ausgehen, dass sich die Bauzinsen in den kommenden Monaten viel bewegen werden. Denn solange die Konjunktur sich nicht nachhaltig positiv entwickelt, wird an der aktuellen Zinssituation keine große Änderung geben. Der derzeitige Rückgang der Bauzinsen liegt allerdings nicht nur an der Konjunkturschwäche, sondern auch am aktuell starken Wettbewerb zwischen den Banken. Da auch geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken wegen des Coronavirus im Raum stehen, kann man ein neues Rekordtief in diesem Jahr nicht auszuschließen.

Nutzen Sie meine Forward-Strategie, um bei Marktveränderungen schnell reagieren zu können.
Die Forward-Darlehen-Strategie 

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend fallend
mittelfristig: schwankend seitwärts
langfristig: schwankend steigend

Entwicklung Leitzins, 10-jährige Bundesanleihe und Inflation der letzten fünf Jahre

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